Aktuelles

Splitter und News aus dem Club

von d.domazer am Do, 01.11.2018 - 21:58

Kaum sind wir mit Sack und Pack in unser Winterquartier umgezogen, der Sporthalle in der Lessingstrasse, kommt der Sommer zurück. Strahlender Sonnenschein und weit über 20 Grad Celsius. Plus wohlgemerkt, was uns veranlasste, unsere Mitgliederversammlung auf der Freianlage zu veranstalten. Ob dieser äußeren Umstände hatten wir vergessen, dass es früher dunkel wird. Unter Zuhilfenahme  auch von Handys konnte die Versammlung dennoch zu Ende geführt werden. Nicht ganz unschuldig daran war und das zu meiner Freude die lebhafte Beteiligung und Diskussion unserer Mitglieder an und zu den Sachthemen der Tagesordnung. Der Vorstand wurde entlastet und in seinen Funktionen bestätigt. Alfred Grzondziel wurde als Präsident des BSC BB Berlin bestätigt. Neu ist Rainer Wagnitz als Vizepräsident des Clubs und die Beisitzer Irene Abel und Carsten Otto. Auch die Jugendsprecherin bzw. der Jugendsprecher, beide neu in dieser Funktion, wurden gewählt. Alle Bestätigten und Gewählten nahmen die Wahl an.

Irene AbelIrene Abel, vor wenigen Wochen erst offiziell vom Club in den Ruhestand verabschiedet, weil Sie durch Erreichen der Altersgrenze ihre Tätigkeit am SFO Berlin beendete. Dort fand auch eine von ehemaligen und aktiven Sportlern organisierte Feier aus Anlass ihrer Verabschiedung statt. Viele aus diesem Kreis, Offizielle des SFO, Weggefährten und Freunde waren aus diesem Grund erschienen. Ganz verborgen war die Vorbereitung natürlich nicht geblieben aber der Film, der auch zur Aufführung gebracht wurde und in dem sich ihre Sportler an viele Dinge und Ereignisse mit ihr erinnerten, war dann doch eine Überraschung. Über die im Abspann angehängten Take Offs konnte herzlich gelacht werden. Die Worte Altersgrenze und Ruhestand mit Irene Abel in Verbindung zu bringen fällt wohl nicht nur mir schwer daher ist es umso erfreulicher, dass sie dem Club in verschiedener Hinsicht mit Rat und Tat erhalten bleiben wird.

Sportlich gibt es auch noch Berichtens wertes. Lisa Unruh nahm zum zweiten Mal nach Lausanne (2014)  diesmal in Samsun (Türkei) an einem Weltcupfinale teil. Was ist das Weltcupfinale? Die Besten 7 einer Weltcupsaison und ein Vertreter des Gastgeberlandes schiessen den Gewinner des Finals aus und das in 4 Kategorien (Compound Damen/Herren und Recurve Damen/Herren). Jeder Gewinner eines Einzelweltcups (4) und die 3, die auf der Tour am meisten Punkte gesammelt haben sind qualifiziert. Sollte sich unter diesen ein Starter des Gastgeberlandes befinden, so wird zusätzlich noch ein Athlet der Gastgeber gesetzt. Nummer 1 und 2 der Setzliste bekommen ab diesem Jahr ihre Gegner für die Erstrundenbegegnungen zugelost. Lisa bekam es in ihrem Erstrundenmatch zum wiederholten Male mit Tan-Ya-Ting aus Taiwan zu tun und konnte auch diesmal überzeugen (7:3). Im Halbfinale traf sie auf Lee Eun Gyeong aus Südkorea, die bereits in Berlin ihre Gegnerin im Finale beim Heimweltcup war. Anders als in Berlin gestaltete sie das Match diesmal enger. Führung für die Südkoreanerin, Ausgleich und 4:2 Führung für Lisa.Lisa Unruh Jetzt besann sich die Koreanerin bei z.T. schlechten äußeren Bedingungen und drehte das Match noch zum 6:4. Kleines Finale und die Gegnerin hieß Deepika Kumari (Indien).Ein sehr ausgeglichenes Match das letztlich durch einen Stechpfeil entschieden wurde. Beide schossen eine 9, die der Inderin war etwas besser und damit Platz 4 (im damaligen Weltcupfinale in Lausanne Platz 6) im Konzert der Besten der Welt. Lisa zeigte sich mit den Matches und ihren Ergebnissen zufrieden, wenngleich sie anmerkte, dass Deepika einen kleinen Vorteil hatte, weil sie kurz vor dem Match bereits auf der Anlage in ihrem Halbfinalmatch geschossen hatte und sich so etwas besser auf die widrigen Witterungsbedingungen einstellen konnte. Jetzt freue sie sich auf Urlaub nach der anstrengenden aber auch überaus erfolgreichen Saison und dann auf die  Halle. Apropos Halle. In diesem Jahr wird es keinen Weltcup Indoor mehr geben. Als Ersatz wurde eine Indoor Archery World Series aus der Taufe gehoben mit bisher 6 feststehenden (Erweiterung möglich) Turnieren und Orten. Das Finale der Besten aus dem Elite Ranking wird wie gehabt in Las Vegas ausgetragen. Das Elite Ranking kommt dem bisherigen Weltcup noch am nächsten, werden doch die besten 3 Ergebnisse zusammengezählt um sich fürs Finale zu qualifizieren. Allerdings verändert sich die Basis. Es werden Punkte vergeben, deren Höchstzahl für einen Gewinner sich an dem Level des Turniers und damit der Teilnehmerzahl orientiert. Exemplarisch hier die GT Open in Strassen (Luxemburg) Level 250 und Nimes (Frankreich) Level 1000. Daneben wird es ein neugeschaffenes Amateur Ranking und ein Team Ranking geben. Neu neben Nimes und Las Vegas sind Rom, Seoul Macau und Strassen als Austragungsorte. Tom Dielen, Generalsekretär der WA dazu „Die Idee besteht darin, eine Serie von Massenveranstaltungen aufzubauen, die auf erfolgreichen Einzelturnieren aufbaut, um eine Disziplin zu stärken, die von einer großen Anzahl von Freizeitsportlern genutzt werden kann, während eine professionelle Indoor Tour für Spitzensportler angeboten wird.“  Hört sich an wie  Spitzensportler treffen auf Freizeit-und Breitensportler, dem Motto unserer Berlin Open. Aus den bisher bekannten Informationen ergeben sich für mich eine Anzahl von Fragen wie Z.B. muss ich an einer Mindestanzahl von Turnieren teilnehmen um mich fürs Finale zu qualifizieren, weil bestenfalls der Gewinn eines 1000er Turniers gegenüber dem Gewinn von 2 oder sogar 3 Turnieren  der 250er oder 500er steht? Gibt es für das neue Team Ranking eine gesonderte Wertung möglicherweise mit Finale? Hier werden wir auf entsprechende Details warten müssen und werden gegebenenfalls gesondert informieren. Doch zurück zum Clubsport.

Clea Josina ReisenweberClea Josina Reisenweber hatte nicht nur den Quotenplatz errungen sondern auch die interne Qualifizierung für die Jugendolympischen Spiele, kurz YOG genannt, gewonnen. Eine einmalige Gelegenheit, denn wegen der Altersvorgaben kann man nur einmal  bei den alle 4 Jahre stattfindenden YOG teilnehmen und manchen Jahrgängen, egal wie gut man ist, nie. Weiterhin bot sich ihr die Gelegenheit viel von dem den großen Olympischen Spielen ähnlichem Spirit aufzunehmen, war sie doch vom Anfang bis zum Ende der YOG in Buenos Aires vor Ort. Auch sportlich gesehen wird sie von den Erfahrungen auf diesem Niveau profitieren und für spätere Aufgaben gewappnet sein. Die erst 14jährige schlug sich bei ihren Wettkämpfen sehr gut. Im Mixedteam, bei den YOG ein besonderer Wettkampf, da der Partner ein Unbekannter und auch aus einem anderen Land stammt. Die Zusammenstellung erfolgt wie folgt. Nummer 1 der Vorrunde weiblich bekommt als Partner den Vorrundenletzten männlich als Partner und so weiter. Clea schoss zusammen mit dem Italiener Federico Fabrizzi gegen das später Platz 4 belegende Team Neuseeland/Taipeh und schloss mit Platz 17 ab. Im Einzel belegte sie nach der Vorrunde einen hervorragenden 6. Platz. Ihr Erstrundenmatch gegen die Bulgarin Trydvornava ging mit 6:0 klar für Clea aus. Im 1/8 Finale stand sie der Spanierin Elia Canalis gegenüber, die sie bei den Europameisterschaften in Patras noch schlug. Das Match war eng aber die spätere Silbermedaillengewinnerin aus Spanien war immer ein Quentchen sprich Ring vor und gewann mit 6:2. Platz 9. Etwas Enttäuschung schwang bei ihr schon mit, waren etliche 9er sehr knapp an der 10. Ihr Trainer Marc Dellenbach zeigte sich insgesamt zufrieden und prophezeit ihr, wenn sie weiter so an sich arbeitet, eine große Zukunft und auch internationale Medaillen.

Aus Anlass des Saisonendes möchte ich hier in meinem und im Namen des BSC BB Berlin die Gelegenheit nutzen und allen Mitgliedern und Helfern für Ihren Einsatz bei zahlreichen Gelegenheiten und Anlässen auf dem Platz  danken.

Carsten Rauchhaus

Deutsche Meisterschaften Para im Bogensport 2018

von d.domazer am Fr, 07.09.2018 - 23:06

Nach Brandenburg (Blankenfelde - Mahlow) als Gastgeber für die Hallen DM war es nun Berlin und der BSC BB Berlin der eine DM im Freien für die Para Bogensportler ausrichten durfte. Bei verschiedenen Anlässen konnten wir als Gastgeber und Ausrichter auf dem neuen Platz in Weißensee ja schon ein paar Mal üben, aber eine DM ist schon eine andere Hausnummer. Vieles gab es zu Bedenken und so hatte das OrgTeam alle Hände voll zu tun.

Eine objektive Bewertung der DM und unserer Arbeit fällt natürlich und insbesondere wenn man selbst involviert war etwas schwer. Versuchen wir es trotzdem. Die Anlage mit ausreichenden Parkplätzen in 100 Meter Entfernung und bis zu den Toiletten und Zugängen zur und die Wettkampfstätte komplett barrierefrei. Alles wie es sein sollte, wenngleich die Anlage in ihrer Gesamtheit noch immer nicht komplett fertig ist und wohl an diesem Standort auch nicht werden wird, da  der nächste Umzug bereits angekündigt ist. Dafür erschien mir die Organisation fast perfekt und es  gab einiges an Neuem für die Sportler. Zunächst ging die DM erstmals über zwei Tage und es wurde ausnahmslos auf Danage Kunststoffmaterial geschossen, was den Athleten bzw. dort wo es nicht ging den Helfern das Pfeilziehen wesentlich erleichterte.

Auch das Auswerterteam um Emmilio Allmendinger und die elektronische Trefferaufnahme und damit die Auswertung in fast Echtzeit im Internet waren neu. Dagegen war der erneut für eine DM gewonnene Aussteller von archers world  Burkhard Gauding schon fast ein guter Bekannter. Wohl zum ersten Mal auch die Musikuntermalung des gesamten Wettkampfes die für manche gewöhnungsbedürftig aber für die Mehrzahl eher Ansporn war. Insgesamt an beiden Tagen erzielte 16 neue Deutsche Rekorde sprechen ein deutliche Sprache und zeigen den offensichtlichen Wohlfühlcharakter dieser DM. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Versorgung der Athleten vor Ort. Vom Frühstück mit belegten Brötchen und Kaffee über die Grillspezialitäten zum Mittag und Kaffee und Kuchen später, wurde alles geboten. Dieses Angebot im Übrigen kostenlos. Natürlich kann der BSC BB Berlin dies nicht alleinig stemmen, sodass hier der Zeitpunkt gekommen ist den Sponsoren und  Unterstützern  Danke zu sagen und sie auch namentlich zu nennen.

  • Bayer Stiftungen Herbert  Grünewald
  • Aktion Mensch
  • Senat von Berlin
  • AOK Berlin Nordost
  • Stiftung Berliner Sparkasse
  • Der Paritätische
  • Bezirksamt Berlin Pankow
  • und den Platzwarten der Sportanlage Rennbahnstrasse

Unser Dank gilt auch allen Helfern aus unserem Club die sowohl im Vorfeld als auch bei der Wettkampfdurchführung und dem Abbau außerordentliches geleistet haben. Dank auch den Auszubildenden der GASAG Berlin für Ihren motivierten Einsatz.

Dank gilt auch dem Berliner Sommer, der wenn auch mit der Ausnahme weniger Tropfen am Sonntag, auch im September durchhielt und eine Grundlage für die sportlichen Leistungen bot. Nach der Eröffnung der Meisterschaft mit den Grußworten des Parlamentarischen Staatssekretärs  beim Bundesminister des Inneren, für Bau und Heimat und MdB Stephan Mayer (CSU) und des Staatssekretärs für Sport in der Senatsverwaltung des Inneren Aleksander Dzembritzki und dem  „Startschuss“ durch Rainer Schemeit konnte es losgehen.

Kurzes Innehalten bevor es richtig losging. Clea Josina Reisenweber, die an diesem Tag als Helferin agierte, erhielt noch eine Auszeichnung aus den Händen unseres Präsidenten Alfred Grzondziel und ihrer langjährigen Trainerin Irene Abel. Gewürdigt wurde ihr überaus erfolgreiches Abschneiden bei der EM in Patras und die Qualifikation für die Jugend Olympischen Spiele in Argentinien. Die gerade noch Auszeichnende Irene Abel war nichtsahnend wenig später selbst die Geehrte. Sie wurde an dieser Stelle offiziell vom Club in den Ruhestand verabschiedet und der Dank für 17 Jahre als Trainerin am Olympiastützpunkt Berlin und im Verein zum Ausdruck gebracht. Nun aber.

Nach erfolgter Klassifizierung konnte der Kampf um die 39 Meistertitel und in 3 Mannschaftswettbewerben  beginnen. Am ersten Tag Compound und Blankbogen sowie bei den Sehbehinderten mit dem Recurve und am zweiten Tag Recurve und Kurzdistanz. Voll motiviert und ehrgeizig wurden die Ziele wortwörtlich anvisiert und in Angriff genommen. Es wurden in der Breite gute Ergebnisse erreicht, wobei der Wind zeitweilig noch bessere verhinderte. In der Spitze sprechen 16 neue deutsche Rekorde eine deutliche Sprache. Bundestrainer Mathias Nagel zeigte sich ebenfalls zufrieden und beobachtete unter dem Gesichtspunkt der Paralympics 2020/2024 bereits die potentiellen Talente. Apropos beobachten. Auch die anderen Sportler wurden beobachtet und können sich möglicherweise im kurzen Bericht von der Para DM auf Hauptstadt Sport TV wiederfinden. Auch der BSC BB Berlin konnte sich wiederfinden. In den Ergebnislisten. So holte sich Carsten Otto den Titel in der Klasse SB 2 vor Judith Bünger (beide BSC BB Berlin), zeigte sich aber mit seiner persönlichen Leistung des Tages wenig zufrieden.

Zufriedenheit konnte man aber bei den Siegerehrungen der Tage beobachten. Im Anschluss an die Wettkämpfe fanden diese nach einem Intermezzo durch eine Trommelgruppe, die die Wartezeit verkürzte und zum Mitmachen einlud auf dem Wettkampffeld statt und endeten feierlich mit der Nationalhymne. Es war schon beeindruckend mit welcher Motivation und Enthusiasmus die Athleten an den Start gingen. Mich persönlich  beeindruckte der Sportler, der sich sitzend in einem umgebauten Segway fortbewegte, besonders. Wir hoffen, dass wir ein guter Gastgeber waren und man sich an der einen oder anderen Stelle wiedersieht. Wiedersehen kann man sich möglicherweise auch in unserer Bildergalerie auf dieser Seite, die wir von den Tagen der DM hier eingestellt haben.

Carsten Rauchhaus

Erste Deutsche Meisterschaft WA 720 der Neuzeit

von d.domazer am So, 02.09.2018 - 19:47

Der Neuzeit ist vielleicht etwas übertrieben, denn es lag ja nichts wie einst bei den Olympischen Spielen über Jahrtausende brach und bedurfte einer Neugründung. Dennoch waren für die 61. Deutsche Meisterschaft im Freien bedeutende Veränderungen geplant, die auch für die Zukunft wirken sollen. Zumindest für die nächsten Jahre ist alternierend die Austragung der DM in Wiesbaden und Berlin geplant. Die Attraktivität und vor allem die Medienpräsenz sollen gesteigert werden. Was vor zwei Jahren in München begann, in Hallbergmoos perfektioniert wurde fand in Wiesbaden jetzt seine Fortsetzung. Die Finalarena.

Zum ersten Mal getrennt vom Vorrundenaustragungsort. Der Immobilienverkäufer spricht immer von Lage, Lage und nochmals Lage. Mehr Lage geht wohl kaum. Die Location hervorragend gewählt und das gesamte Umfeld stimmig. Nach dem Bundesligafinale und dem Weltcup die dritte Veranstaltung die internationales Niveau erreicht. Die Vorrundenveranstaltung konnte da leider nicht Schritt halten. Exemplarisch hier erwähnt das Nachtschiessen der Compounder. Ob der wegen der Entzerrung der Wettkampforte gegenüber vergangenen Meisterschaften veränderte Zeit-und Ablaufplan auch mit den Überschneidungen für 2020 Bestand haben wird, wir werden sehen. Die Arena selbst war leider nicht immer gut besucht, wurde aber zum Höhepunkt hin, den Damen-und Herrenfinals am Sonntag, immer besser frequentiert. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Einige noch vorhandene Längen ließen sich meines Erachtens z.B. durch die Aufnahme von MixTeams verringern. Auch aus sportlicher Sicht gab es einige Überraschungen. Insbesondere bei den Herren. Hier stand nicht Florian Kahlund oder Camilo Mayr am Ende ganz oben sondern der bis dato doch relativ unbekannte Dominic Gölz und er ging sofort nach der Siegerehrung vor Ort Baden, dies allerdings vor Freude.

Überraschend ebenfalls der Titel für Leon Hollas (Döbeln) Compound Herren in seinem ersten Jahr bei den Herren. Bei den Damen Compound setzte sich in Abwesenheit der Nationalkader (Heigenhauser, Meißner, Schall) Sabine Sauter, die Vorjahresdritte durch. Damen Recurve Einzel. Hier gab es keine Überraschungen. Michelle Kroppen holte sich Bronze. Im Goldfinale kam es zur erhofften Begegnung der Hallenweltmeisterin Elena Richter und der Olympiazweiten Lisa Unruh (beide BSC BB Berlin), die souverän ins Finale gelangten. Gleichstand nach zwei Passen (27:27, 24:24) bevor Lisa mit einer 28:27 trotz des z.T. heftigen und ständig drehenden Windes mit dem beide zu kämpfen hatten, auf 4:2 eine Vorentscheidung herbeiführte. In der 4.Passe hatte sie dann auch den ersten Matchpfeil auf dem Bogen. Doch Elena kämpfte und gab das Match noch nicht verloren. Erneut Unentschieden und 5:3. Es sollte sich lohnen und der Kampf geht weiter. 28:25 für Elena und damit Gleichstand und der Stechpfeil musste entscheiden. Angesichts der herrschenden Windverhältnisse schon fast ein Glücksspiel. Elena 8, Lisa 9 und damit die Titelverteidigung. Mit dem Titel und Vizetitel durchaus zufrieden erklärten beide Finalistinnen unisono nicht mit der gezeigten Leistung zu 100% glücklich gewesen zu sein. Da wäre noch mehr drin gewesen.

Titelverteidigung auch bei den Juniorinnen. Sogar Hattrick. Elisa Tartler holte sich souverän zum dritten Mal in Folge den Titel und sagte später, dass sich jetzt die Arbeit der letzten Monate (Marc Dellenbach d. Redakteur) auszahle. Sie war vielleicht ob der Kulisse und des Umfeldes beeindruckt und nervös, lies sich das aber nicht so anmerken wie ihre Gegnerin Sophie Wollenhaupt. Aus Vereinssicht gab es bei den Junioren überraschendes und positives zu vermelden. Ob der Vorleistungen und der Ereignisse im Vorfeld konnte man nicht unbedingt, vielleicht mal abgesehen von der Mannschaftswertung mit Medaillen rechnen. Die Drei, Christoph Breitbach, Jannis Kramer und Carlo Schmidt holten sich nicht nur Gold im Team sondern gingen geschlossen ins ¼ Finale. Rechnen wir Nils Sternberg vom BSSC Olympia noch hinzu, der am gleichen Ort mit den anderen dreien trainiert, waren es 4 Berliner. Carlo Schmidt wurde gleich zu Beginn durch einen Wespenstich am Oberarm aus dem Tunnel und seiner Konzentration gerissen und hatte in der Folge keine Chance mehr. Da waren es noch 2. Kramer gewinnt gegen Breitbach und Scheiding gegen Sternberg. Kleines Finale Christoph gegen Nils mit dem besseren Ende für unser Vereinsmitglied. Im Goldfinale sah Adrian Scheiding (Jena) bereits nach einem zwischenzeitlichen 5:1 wie der sichere Sieger aus, bevor sich Jannis eines besseren besann und die folgenden Passen für sich entschied. Gleichstand und somit Stechen. Die bessere 9 zu Gunsten von Jannis und damit die unerwartete Titelverteidigung. Wem er diesen Titel widmete wissen wir und gönnen ihm diesen Sieg von Herzen.

Eine haben wir noch. Clea Josina Reisenweber, die bei der Kadetten- und Junioren EM in Patras überragende Schützin. Vorrundenvierte geworden kämpfte sie sich im Halbfinale überzeugend ins Finale. Dort wartete die Dritte der Vorrunde Talida Chrubasik, die in sehr guter Form das Finale erreichte. Schnell ging sie mit 4:0 in Führung bevor die dritte Passe die ersten zwei Punkte für Clea brachten. In den folgenden Passen erreichte sie zwar noch zwei Unentschieden, doch es reichte nicht mehr und das Match ging knapp mit 6:4 verloren. Doch Glück oder besser gesagt Können im Unglück. In der Gesamtabrechnung ( Rangliste 1 und 2 sowie DM ) belegte Clea Platz 1 und errang, nachdem sie den Quotenplatz für Deutschland erreicht hatte, auch den Startplatz für die YOG Jugend Olympischen Spiele in Buenos Aires im Herbst. Ein besonderer Erfolg auch für den BSC BB Berlin,  denn nach Cynthia Freywald bereits die zweite Athletin  aus unserem Club bei einer Jugendolympiade und vielleicht mit gleichem Erfolg.

Apropos Erfolg. Nach dieser DM können wir als Club erneut eine positive Bilanz ziehen. Einmal mehr ist der Club im Recurvebereich das Maß der Dinge und mit 11 Medaillen im Gepäck zurück in der Hauptstadt, in der wir im nächsten Jahr ein Heimspiel haben werden.

Carsten Rauchhaus
 

Bogensport und der BSC BB Berlin 2018

von d.domazer am Mo, 27.08.2018 - 21:23

Der Sommer ist immer noch da und das ohne nennenswerte Unterbrechung. Vereins-, Kreis-, und Landesmeisterschaften bei so guten Bedingungen hatten wir schon lange nicht mehr. Es blieb sogar noch etwas Sonne übrig für unseren Geburtstag. Richtig gehört. Der BSC BB Berlin, der aus der Abteilung Bogenschießen der SG Bergmann Borsig hervorging, feierte seinen 50-ten. Eingeladen waren nicht nur Vereinsmitglieder sondern auch viele neugierige Gäste, denn gleichzeitig fand unser diesjähriger Tag der offenen Tür statt. Ein voller Erfolg und richtig gut besucht. Das es noch mehr Zuspruch geben könnte erschien uns so ziemlich als unwahrscheinlich. Doch weit gefehlt. Beim 1. Zuckerfest, das auf unserem Gelände mit geflüchteten Menschen stattfand wurden wir eines besseren belehrt.

Der Andrang war so groß, dass sich an den angebotenen Mitmachstationen Schlangen bildeten oder das Angebot zeitweilig unterbrochen werden musste. Hüpfburg und Zuckerwattestand trugen zum Gelingen des Tages ein übriges  bei. Aber auch sportlich gibt es Neues zu berichten. Europameisterschaften der Junioren und Kadetten in Patras (Griechenland). Überragende Schützin dort Clea Josina Reisenweber vom BSC BB Berlin. In ihrer Einzelwertung holte sie sich im Finale durch einen Stechpfeil nur sehr knapp unterliegend die Silbermedaille. Gleiches gelang ihr mit Partner Jonathan Vetter in der MixTeam Wertung. Im Teamwettbewerb mit ihren beiden Partnerinnen wurde es sogar Gold. Herzlichen Glückwunsch. Doch damit immer noch nicht genug. In die EM eingebettet ist ein Wettbewerb, bei dem Quotenplätze für die YOG (Jugend Olympischen Spiele) in Buenos Aires in diesem Herbst erkämpft werden können. Auch hier zeigte Clea ihr Können und gewann den für den DSB letztmöglichen Quotenplatz bis zur höchstmöglichen Teilnehmerzahl in diesem Jahr.

Der Sommer hält immer noch an und der zweite Weltcup und der vierte der Saison machte in Berlin halt. Noch etwas perfekter noch etwas besser wie im Vorjahr dürfte er wohl zu den Besten in der Geschichte dieser Veranstaltung gehören. Dies erkennen nicht nur die Sportler an, indem so viele wie nirgends sonst beim Weltcup teilnehmen sondern auch der Weltverband, indem er einen weiteren und damit vierten in Folge nach Berlin vergibt und damit auch ein olympisches Quotenplatzturnier. Eine hohe Ehre und Auszeichnung und vielleicht wird damit der Weg geebnet für ein Weltcupfinale in Berlin. Sportlich hatten sich die Schützen des DSB für den Heimweltcup wieder einiges vorgenommen. Letztlich vollständig zu überzeugen wusste nur  Lisa Unruh vom  BSC BB Berlin. In den Vorrunden noch überwiegend gute Ergebnisse geschossen  erwiesen sich in der Folge die Gegner als zu stark. Leider trafen Lisa und Elena schon sehr frühzeitig aufeinander. Mein Eindruck ist, die Spitze wird immer breiter, was auch die Ergebnisse in diesem Jahr bestätigen. Hier nur ein paar exemplarische Beispiele von vielen kleinen und großen Überraschungen. Compound Einzel kein Amerika in Sicht und Korea nicht am Start. Compound Men Team gewinnt Kroatien gegen USA und bei den Damen Frankreich gegen Indien.

Im Recurvebereich, eigentlich eine Domäne der Südkoreaner konnten wir Zeuge werden wie auch diese Federn lassen müssen. Recuve Man gewinnt Mete Gazoz (TUR) vor Lee Woo Seok (KOR) und Taylor Worth (AUS). Recurve Men Team Chinese Taipeh gewinnt gegen Südkorea. Recurve Woman Team gewinnt zwar erwartungsgemäß Südkorea aber Großbritannien wird Zweiter!  Im Mixed Team Wettbewerb bringt  dann Chinese Taipeh (Taiwan) Südkorea die zweite Niederlage bei. Bei den Damen war es dann allerdings Südkorea die mit Ausnahme von Lisa Unruh, die dort vorn als einzige Europäerin mitmischte, das Geschehen bestimmten wenngleich nicht in dieser Reihenfolge erwartet. Lisa freute sich nicht nur über die Silbermedaille sondern wurde vom Publikum frenetisch gefeiert. Sie wird auch die Einzige sein, die am Weltcupfinale in der Türkei teilnehmen, weil qualifiziert, wird.

Bereits Mitte August die Deutsche Meisterschaft in Wiesbaden auf die hier gesondert eingegangen werden wird. Nur so viel im Vorgriff und Vorfeld. Der BSC BB Berlin vom DSB als das zahlenmäßig größte Team angekündigt, bleibt auch obwohl Bayern das erfolgreichste Bundesland war, der erfolgreichste Verein in der Bundesrepublik im Recurvebereich. Mit 5 Titeln, 4 Silbermedaillen und 2 Bronzemedaillen im Gepäck kehrten wir in die Bundeshauptstadt zurück.

Nach diesem Höhepunkt der meisten Bogensportler Deutschlands wartete auf das Nationalteam noch der diesjährige in ihrem Programm. Die EM im polnischen Legnica. Mit großen Erwartungen  und Hoffnungen angereist schien zunächst die Rechnung aufzugehen. Gute Vorrundenergebnisse, insbesondere Platz 1 und 2 durch Lisa Unruh und Elena Richter Recurve Woman.  Auch die ersten Entscheidungen stimmten zuversichtlich. Bronze jeweils für das Compound und Recurve Damen Team. Dabei ist es dann aber auch geblieben. Gute Platzierungen ja, weitere Medaillen nein. Die Konkurrenz wird auch in Europa immer dichter und wenn dann auch noch das notwendige Quentchen Glück fehlt, bleibt die Einzelmedaille aus. Immerhin wurden im Recurvebereich vier Quotenplätze für die Europa Games in Minsk errungen. Umso schadloser hielten sich die Athleten des DSB um Lisa Unruh bei der fast anschließenden Feldbogen WM im italienischen Cortina d Ampezzo. Der Sommer in Deutschland ging zwar immer noch weiter aber auf den Bergen rings um den Veranstaltungsort konnte man den Winter schon sehen.

Hier gab es neben den guten Platzierungen auch das Glück und Können für die Medaillen. Das Damen- und das Herrenteam holten sich jeweils den Titel und die Goldmedaille. Das Damenteam übrigens nach einem Protest, weil festgestellt wurde, dass zwei Ziele nicht in der festgelegten Entfernung standen und daher die Wertung für  diese Ziele rückwirkend annuliert  werden musste. In der Einzelwertung zog Lisa trotz einiger Schwierigkeiten im Halbfinale unbeirrt ihre Kreise und gewann souverän den Titel. Mit dem Compoundbogen gelang Carolin Landesfeind im Einzel die Bronzemedaille. So das war die Freiluftsaison 2018. Der traditionell  sonst letzte Wettkampf der Saison, die Ostdeutsche Meisterschaft in Glindow musste diesmal ohne Teilnehmer des BSC BB Berlin auskommen. Am gleichen Wochenende fand auf unserem Platz die Para DM im Bogensport statt und es wurde jede helfende Hand benötigt (wir werden berichten). Auch für Lisa Unruh ist noch nicht Schluss, es wartet noch das Weltcupfinale.

Carsten Rauchhaus

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